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Tuesday, February 2, 2010

Ein Brief an Ullrich Weinzierl

  
Seattle, WA February 2010

Lieber Herr Weinzierl,
Ich bin auf ihre Besprechung von
Morawische Nacht gestoßen

und dann hab ich mir auch einige andere ihrer Handke Besprechungen angeschaut... 

etc. etc. wenn man Weinzierl in das Suchfeld steckt, und ich fuege diese Ihre sanftmuetige Besprechung diesem Brief am Ende zu.]}}}}
...und es fällt mir manchmal viel, manchmal weniger, manchmal auch nichts dazu ein. Ich schick’s Ihnen hier, vielleicht intereßiert es Sie und  einige andere, besonders  Herrn Fellinger.

Im Vergleich mit dem was sie über DEL GREDOS sagen - beim Lesem davon sind Sie wohl  von Blindheit befallen gewesen? oder großer Unempfindlichkeit? Es lohnt sich dieses Buch wie’s geschrieben, so ein zwei Seiten per Tag zu lesen, da dauert zwar ein paar Monate, ich hab’s schon dreimal gemacht und find es besser als jede Medizin oder Drogerei - gehen Sie ja sehr zart mit der
Morawischen um; aber jedenfalls Sie sind dem Schriftsteller nicht so auf den Leim des nicht mehr Serbisch/ Balkanesischseins gegangen wie die meisten Rezensenten, jedenfalls nicht ganz  - ein gewißer Rutschki scheint die große Ausnahme von dem Wunsche einen solchen fabelhaften  doch nicht dieser Gegend zu überlassen und das „comeback kid“ [„Tablas des Damiel“] „Mittel Europa“ wieder einzuverleiben. Aber das auftauchen zur Wahl mit Nicolei hat scheinbar auch sie überrarscht [jetzt soll er sogar den Sarkozy als Hundefaenger in Chaville vorgeschlagen haben!] was heisst da sanft resignierend, oder das auftauchen beim Begraebnis oder die „Tablas!!
Auch Sie scheinen da wunscherfuellt.  Ich nicht im geringsten und mir macht das auch nichts aus, das Handke nicht gerade hoffaehig ist! Bis auf einen Paragraphen trieft Morawische doch  Balkan, was mich auch nicht stört - nach der doch schon beinah 20 Jahre alten Kontroverse ist das einzige was mir nicht gefällt, daß Handke, als er als Experten Zeuge von Milosevic gebeten wurde,  gekniffen hat, dazu war der Kerl zu feige aber zum Begräbnis des bösen Wolf’s von Progarevic haben wir uns dann wieder ganz groß exhibtioniert! Ich glaube das alles zu verstehen, warum das Liebeskind das sich ein Phantasie Friedensland gebaut hat sich wie ein tief verwundetes Kind benommen hat [also wohl kaum sanft was man zu der Zeit von ihm in die Ohren gestopft bekommen!], aber es auch zur eine grossen Aufführung auf dem Welt Theater benützt.

Man sollte jetzt mal ein öffentliches großes Symposium machen warum zu dem Zeitpunkt nicht nur die Medien sondern auch der gros von Intellektuellen im Westen es sich es so einfach in ihrem Kopf gemacht haben die Serben und Milosevic, und jetzt Karadic zu verteufeln. Handke sagte einmal, daß die 86ziger damit ihren Krieg hätten. So wuerde ich das nicht beurteilen.

Ich selbst habe mir eine Theorie des "Tinderbox" gebastelt, wo nur ein oder zwei Funken genügen so daß die Balkanesischen Rasen wieder rot anstatt grün...

Mit dem nicht mehr Serben-Scherbe zu sein wird in der Morawischen kokettiert, „changieren“ sagen Sie etwas hoeflicher, wie mit so vielem, besonders autobiographischem, von der auch Kokotte, Peter Handke.
Das verleiht der Chose Leichtigkeit und Amüsement und auch Anmut, der Schmetterling der das so schön kackt stammt vielleicht von Herrn Nabakov’s Sammlung.  Ich selber habe eine Schar von Krähen mit denen ich mich gut  unterhalte, als Gefolgschaft, die gefüttert werden muß, sonst krieg ich Flügelschläge in den Nacken und wie Maury traeume dann kurz von Guillotinen.

Morawische ist ein großer Entwurf den ich mir von der Feder eines Thomas Mann's besser vorstelle als er bis jetzt dem Handke gelungen - ein Sammelsurium [sie sagen „Sammlung“], ein Carepaket, das ich mir ähnlich diesem  Larry Rivers Bild vorstelle:
http://www.thecityreview.com/s03cconi.jpg

Es ist ja auch ausgesucht – nur der Autor weiss was da ausgelassen wurde wenn dieses sehr viel rumgetrieben Jahr ueberhaupt irgendie stimmt - und scheinbar in Laufen geschrieben, sollte zu einer Zeit Samarra heissen..

Hie was vollkommenes [wie die angebliche Begründung warum man Marie Kolbin so verdroschen hat... ohne die anderen zu nennen, die ja dort ueberhaupt nicht auftauchen wuerde wenn Frau Colbin sich nicht an die Oeffentlichkeit gewendet haette, vor vielen vielen Jahren schon, das aber wohl ein Brocken im Hals steckt, gut so, und ich komm als Experten Zeugung sollte er jemals dafuer solches vor Gericht gestellt werden... und auch doch nicht in dem Jahr in dem das Buch angeblich spielt, dem Jahr der Rundreise passiert ist,
oder zu wissen warum man so was gräßliches, genau wie der Stiefvater Bruno Handke, tut – ich selbst glaub das der sonst so friedlich und friedensuchende das waehrend der Kaempfe der Eltern mitbekommen hat – ueberausfuehrlich wird der angebliche Grund dafuer dann ausgefuehrt, so wie über den Lärm, wo das schon und schön überzeugender ist, aber die Laerm Sache genau so gut in Del Gredos oder Niemandsbucht hätte hinein gestopft werden können]... dort ein Tupferl [z.b. als man in Thüringen die Spuren des leiblichen Vater Herrn Schönherr – so einer ist er doch auch! - verfolgt, aber sich nicht mit dem Thema vaterlos zu sein trotz ihm und Bruno, und wie man sich mit großer – labora verimus, wahrlich! - psychischen Arbeit - dann den Großvater als Vater Figur einverleibt hat in der Seele  -Die Wiederholung – also das „ewige Sohn“ sein hat doch so um Mitte der 80ziger Jahre aufgehört?]... sehr viel Inzucht – die Phantasie Gebilde von den da auftauchendem Filip Kobal oder Keuschnig [diese gefallen mir kaum wie die da bloed karikaturt werden – auch so eine Wunschfigur ....als Revolutionaer oder Freiheitskaempfer taugt Handke wenigstens in der Literatur, künsterlisch, und dort immer noch modern!, die da beide auf dem Weg nach Griffen auftauchen – eine Inzucht die Handke bei Thomas Mann doch zu einer Zeit gestört hat, zu viel des kokettieren also manchmal...  

Und was die Form angeht - jedenfalls im Vergleich  mit dem was der Wundermuttersohn schon in anderen Monstrums die er doch zu einer Zeit hat niemals schreiben wollen,  geschafft hat...  Gut: eine etwas lockere Collage als sonst... aber auch ein Larry Rivers Bild
solcher Art hat eine Form, ein Bildflächengesetz, nicht war? Das in diesem Falle mir entwischt – ich breite es aus: ich sehe kein Gesetz bis jetzt - ja es wird ein bißchen geflochten mit den Gästen die da angeblich sich da an Bord der Luna/ Morawiche befinden – die aber nicht die Fragen stellen die echte alte Freunde fragen würden? Oder? Also nur als so Sokratisch scheinende Stecknadeln gebraucht werden, wie im Versuch über die Müdigkeit, so um die Erzählung weiter zu befördern.

Etwas das bei Handke doch öfters auftaucht, auch in dem Kali, ist das „stell dich ihm/ oder ihr“ – wenn man sein eigner Freund dann ist? Das vermisse ich, aber vielleicht kommt es noch, Handke will ja nicht mit einem Buch alles herausspritzen... Er hat’s schon ziemlich einmal getan, mit den UEBER DIE DOERFERN, das ist wohl nicht gut angekommen. Auch hier nicht. Zu reichhaltig, diese Seelen vertragen nur magere Kueche.

Also ganz körperlose Wesen sind diese angeblichen Freunde – der einziege Mensch der da wirklich einen überzeugenden Auftritt hat ist die junge Leserin im Zug. [Der Nachfolgschrifsteller im Bus zurück nach Borodin auch ein wenig, aber wohl eher des Themas wegen erfunden? Auch der „Apache“ Busfahrer zum and zurueck vom Begraegnis, wo es doch wummert von Wut und das genau so gut ins Villa Hoca hineingepasst haette] Die Lebensgefährtin an Bord des Hausboots huscht so herum als ganz unmodernes Wesen – aber die Vageheit mit der ihr und des Bootsherren Verhältns gezeichnt ist, is outlined, finde ich großartig, und nicht mystefiezierend schön; das ist schon ihre richtige Einstellung...
Das ist wohl das Herz der Sache, das Erlebnis in Galizien und jetzt kann er mit einer zusammen leben Frau leben...

Das ecriture pure ist ihm noch nie so sehr gelungen wie in Gewissen Passagen… zum halluzieren bringt es mich, so während des durch den Tunnel gehen, und auch dort in Galizien… und als man von einem Maikäfer und Junebug Tag dann wieder nach Borodin zurückhüpft…

Daß sie das Zugeständniß des Schreibfanatismus des Adolescenten Peter’s „heikle“ finden? Eher interessant, da sonst solche doch sonst fanatische Onanierer sind.  Außerdem weiß man das doch schon aus dem reichsten was er je geschrieben, dem UEER DIE DOERFER, da kommen auch schon diese Selbstangriffe vor, Selbstkritik, aber Haikuhaftiger verfaßt, lakonischer. Was ich heikle finde, und was mich ankotzt, und einiege Sachen auf die Sie überhaupt nich eingehen, mir wird übel bei dem Versuch das Verdreschen und Töten wollen auf diese Art zu erklären und des Leser’s Phantasie  überhaupt keine luft zu lassen, sie zu erdroßeln  – etwas sehr ungewöhnliches bei einem Schrifsteller der der Phantasie des Lesers doch sonst an die Frischluft setzt. Ich lese das und ich bin erdroßelt – was bei der Tour de Force über den Lärm eher witzig ankommt, da ich in diesem Fall genau so empfindlich und deswegen haß-erfüllt werde… und in Städten und den coffee shops mir meisten die Ohren zustopfe...

Dieser Schreibfantatismussucht ist doch etwas worüber die Marbachermäuse es sich vielleicht lohnend Gedanken machen werden, das heißt wenn sie  überhaupt Kuriosität haben aus der Routine der Branche auszusteigen, worüber ich mir schon viel Gedanken gemacht habe ist was da intra-psychisch vorgeht und sublimiert und displaziert wird wenn jemand, der sich dann als Genie entpuppt, immer schreiben muß um nicht verreuckt zu werden... Der einstmals „neue“ und jetzt nicht mehr Kafka... vielleicht war’s/ ist’s nur das Valium das er nach dem Tachychardia Anfall in Paris genommen, und die Birne ist noch nicht vollkommen weich, der doch lange Zeit die Angst durchs Schreiben überwunden hat, und wenn man das kann und Virtuose in der Beschäftigung wird...  und am Ende von Del Gredos, nach dieser riesiegen Berg und Tal Fahrt zu ihrem immer hautnahe gewesenen Erzähler ihrer erfolgreichen aber noch ein wenig „linkshändigen“ Selbst der sie auf der ganzen Fahrt, sie die „ehmalige“ Schauspielerin! gefilmt hat, vor dessen Spiegel sie... wenn die beiden sich vereinen versteht man [ich jedenfalls] endlich daß wenn man in das Schreiben als solches so über alles auch noch verliebt ist und es nicht nur muß… ja dann kommt in einem wie diesem einen unter Millionenfall schon wirklich viel schönes dabei raus.

Da Morawische ja auf  Jahr 2018 vorausgesetz ist, spielt, wird Handke uns dann vielleicht wirklich seinen Abgang vorsingen, nicht nur als Personae, maskiert vorspielen - also noch zehn Jahre Handke, immerhin einiges auf das man noch Aussicht halten kann, nach den ersten 45 Jahren, wie lehr wäre mein Leben gewesen ohne Handke, unvorstellbar, sonst niemand den man auf all die Jahre hat immer was neues, meisten gelungenes, eine schöne interressante Begleitung....und wie alt ist der


dann, sollte es doch auch im Buch sein, 1927 geboren, den hat der liebe Handke vielleicht schon in Schevedingen getroffen, nicht nur beim Begräbniß des bösen Wolfstiers aus Progarevich, und er schafft es noch in eine große Dolminen Schüßel, scheinbar streiten die beiden sich nicht um die ewig junge Japanische Journalistin, wer das wohl ist? Wer schnüffelt das für mich aus, vielleicht eine Japanische Schauspielerin? Da sitzt man also in der Dolmine 2018 und denkt dumpf und wütend über Gerechtigkeit für Serbien, Immer noch Sturm! Wahrlich!
-         
Was ich eigentlich heikle finde and worum ich mich schuldig fühlen würde - wenn das Wort und der Begriff und dieses Gefühl - das „agenbite of inwit“ - überhaup noch etwas bedeuten – und im Falle Handke’s ist es interressant warum er nicht, und sie abschalten kann [„Am Felsfenster Morgens“], oder sie so leicht abgespaltet wie, z.b., Josef Bloch – ist daß ich da ein uneheliches Kind gezeugt und eigentlich schlimmer als der leibliche Vater nicht im geringsten gekümmert habe, da in Krk, Cordura  auch eine Liebschaft die den „ehemaligen“ da verfolgt – ja auf – es ist ja gar kein Wahn! – diese Verfolgungen von geschlagenenen  Weiben gehn sie auch nicht ein,  auf die Paranoia die der „ehemalige“ auch noch auf dem Hausboot nicht los wird, als ob die Colbin – die ihn ja schon in seinen Büchern seit Chinese des Schmerzens verfolgt – dort aus dem Schilf da auftauchen würde, Paranoia seit dem Buch auf daß der „ehemalige“ zurück schaut und sich sehnt, der Zeit des „Kurzen Briefes“. Um mal jemand ganz blöden zu zitieren- Donald Trump: „Women can do funny things to you.“ - Ja und trotz Herrn Raimunds Warnung war lange Zeit der Trieb dann stärker. Jetzt da er nachgelassen wird man dann Anbeter, das lag auch schon immer ihn ihm drin. Ist schon ein Gaudi!

Das Handke diesen Wunschtraum hat in dem ihn seine Muttere freispricht von seinen Schuldgefühlen ob ihrer Suicid scheint auch Sie zu beeindrucken. Wenn man Wunschloses Unglück von dem Standpunkt des möglichen Berechtigtsein zum schuldig fühlen liest, kommt man auf die Idee, da er dort von einer gewissen Verfremdung spricht, er im Laufe der Berliner Zeit sich nicht genug außer finanziel um die Mutter gekümmert hat, wie ich aber aus ihrem Interview mit Handke herausfinde, hat er sie doch zu der Zeit vorher öfters gesehen, das ausschlaggebender scheint die Vorstellung gewesen zu sein daß der Bruno Handke, dieser Schläger,  Vergewaltiger wieder auftaucht – also scheint in Griffen niemand an Scheidung oder mindestens Separation, niemand auf diese Idee gekommen? Also, eigentlich aus Unbeholfenheit hat die doch so sehr liebevolle Maria Sivec sich dann das Leben genommen, aus der Pein heraus?
Nicht nur aus der Depression die wohl mit dem Verlust der liebe ihres Lebens angefangen hat, und wovon dann einiges
auf ihr Liebeskind, übergeschwappt, er
es aufgesogen? Ich habe sehr viel mitbekommen durch das lesen von Wunschlosem von dem Standpunkt aus: und was ist dem Kind ab Gebaermutter passiert, seelisch – und koennte das Buch annotieren so das es mindesten zweimals so schmal wird. Wird auch jemand anderem eines dieser Tage einfallen.

Im Vergleich mit dem nackten Ich aus dem
Gewicht der Zeit als Handke ja auch den Hosenschlitz aufmachte und nicht nur Herrn Quitt daran denken ließ, wird hier vieles übertuscht, immer noch kein Selbstverständnis, konfus bis auf das Schreiben können, das macht er besser als je.

Handke reist mit dem Hausboot ins eigene Ich – wer immer die Schlagzeilen bei der Welt schreibt sollte informiert werden, daß man nicht in das „Ich“ eines Anderen fahren kann, nur in das „Selbst“ das in der eigenen Haut steckt...

 Einige wie der Gregor Keuschnig/ Lothar Struck in Glanz und Elend,

der doch sonst ganz hell ist:


sind ja ganz schwachsinning geworden bei dem Buch und sprechem von „großem Wurf,“  und schreiben schön schön schön,  und „nie hat Handke kindlicher geschrieben“ und fallen auch auf das „ehemalige“ rein, und trauern schon im voraus daß jetzt dann nichts mehr kommt, als waere es Abschied, und es gobt doch viel schönes, besonders die Kuckucke haben ihre Eier in unsere Köpfe gelegt... Ote Sivec hat’s bis 89
geschaft!

Ich stell mir vor wie ich dies Buch lektoriert hätte, wenn Handke das überhaupt erlaubt – zu einer Zeit sagte er, seit Hornissen schick ich’s
hin und die drucken daß... ob das jemals gestimmt hat? Herr Fellinger wird’s wissen.

Das mit der „ganzhell“ uns so stoert mich auch, besonders da er das doch
schon seit Jahren macht, und dass einziege mal dass es trefflich war als er den „rostige Nagel“ auf den Kopf getroffen war im Fall von Josef Brodky. Mit der „ganzhell“ hat er was schoenes verpasst wenn man daran denkt dass die Dame, einst Koerbel, ihre Tchechis Juedische Herkunft lange Jahre „vergessen“ hat, den Korb gegeben, und sich dan mit den Judernfressern im Kosovo befreundet hat.

Ob Handke bis jetzt vollkommen unironisch gewesen ist bezweifele ich auch.

Anhaenger der „Vormoderne“ der erzaehlerisch doch so viel neues geschaffen hat? Der den Film in das Erlebnis des Lesens, das schreiben
auf der Traumleinwand mit hineingebracht hat... das Wort modern faengt an zu modern..

Noch eine Bemerkung zu ihrer Besprechung von Die Unvernüntigen, da ich das Stück übersetzt, und auch an den Proben dabei gewesen. Nein es ist kein gutes Stück, von der Sicht eine Goldonis oder Marivauxs oder Nestroys aus, als ganzes jedenfalls nicht. Aber es ist ein höchst interressantes, in dem die Sprachspielerei von Bodensee auf andere Weise mit den Mitteln der politischen Parolen der Linken in den Mündern von Geschäftläuten weiter geführt wird... Das „große Selbst“ was da aufs Spiel gesetzt wird schien mir Handke’s eigenes in Kombination mit dem zu der Zeit Monpolist werden wollenden Belletrist Siegfried Unseld... Der Zwischenakter mit dem Faktotum Hans über die Theatralik und Krötz und Stifter ist immer noch groß und wegweisend...

Ich bedanke mich fuer ihre Besprechung
die mir dieses entlockt hat.

Ihr Michael Roloff


 

 

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VON ULRICH WEINZIERL12. Januar 2008, 18:33 Uhr
"Die morawische Nacht" heißt die neue Erzählung von Peter Handke. Die Geschichte handelt von einem Ex-Autor auf einem Hausboot, der sieben Weggefährten zu Gesprächen eingeladen hat. Das Buch ist eine Art autobiografische Rückschau Handkes, der sich darin zur Abwechslung auch mal selbst beschimpft.
Lange weilte sein Herz in Serbien, doch in seiner neuen Erzählung fühlt sich Handke als "Prinz von Nirgendwo". "Die morawische Nacht" ist eine Sammlung sanftmütig-poetischer Bekentnisse des Autors.
Im Dezember wurde er 65, für einen Dichter gewiss kein Rentenalter. Im Gegenteil: Da beginnt in der Regel das Spätwerk. Sie gilt auch und im besonderen Maße für den ungemein produktiven Peter Handke. Trotzdem hat er seine irdischen Dinge bereits bestellt, seinen Nachlass zu Lebzeiten in wichtigen Punkten geordnet übergeben. Derlei heißt „Vorlass“ und bringt eine ordentliche Summe Geldes ins Haus. Ein vernünftiger, in letzter Zeit immer häufiger praktizierter Brauch unter Schriftstellern von Rang.
Die Manuskripte literarischer Texte gingen ans Österreichische Literaturarchiv in Wien, Notizbücher nach Marbach, wo Neugierige offenbar schon jetzt Einblick nehmen dürfen, was Handke alles nicht in seinen Bänden drucken ließ. Mit einem Stück des Meisters gesagt: „Zurüstungen für die Unsterblichkeit“.
HANDKE KEHRT ZUM SERBISCHEN FLUSS ZURÜCK
 
Handke-Verehrer konnten vor längerem aufatmen. Er hatte den im Detail kaum nachvollziehbaren tagesaktuellen publizistischen Kampf um „Gerechtigkeit für Serbien“ aufgegeben und ist von polemischer zu poetischer Prosa, seinem eigentlichen Metier, zurückgekehrt. „Don Juan (erzählt von ihm selbst)“ (2004) und „Kali. Eine Vorwintergeschichte“ (2007) fanden auch bei der Kritik positives Echo. Die jüngste Veröffentlichung stimmt von vornherein freilich etwas bedenklich,
weist doch der Titel „Die morawische Nacht“ auf eine präzise geografische Verortung hin. Die Morawa südöstlich von Belgrad ist einer jener Flüsse, zu denen Handke in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgebrochen war, um sodann den staunenden Lesern das andere, das unschuldige Serbien vor Augen zu führen. Aber keine Sorge: Sie ist ebenso unberechtigt wie die – bei einem Umfang von 560 Seiten – sehr untertriebene Genrebezeichnung „Erzählung“. Man hat den Begriff wohl im buchstäblichen, ursprünglichen Sinn aufzufassen – als mündlichen Bericht.
Eine Inhaltsangabe zum besseren Verständnis scheint unerlässlich und sinnlos zugleich, weil sie das Wesentliche verfehlen muss. An den Ufern der Morawa bei Porodin ist ein Hotelschiff namens „Morawische Nacht“ vertäut. Zahlende Gäste sind dem Hausbootherrn nicht erwünscht, geladene schon.
DER ERHABENE DICHTER NEIGT JETZT ZUR SELBSTKARIKATUR
Sieben Freunde, Bekannte und Weggefährten hat er einbestellt: Vom späten Abend bis zum Tagesanbruch bringt er ihnen die Geschichte seiner Rundreise durch Europa zu Gehör. Fürwahr, ein seltsamer Zeitgenosse. Wie sich Kurt Tucholsky im Exil, als er ins Schweigen versank, einen „aufgehörten Schriftsteller“ nannte, nennt sich dessen Kollege von Handkes Gnaden einen „Ex-Autor“, einen „Ehemaligen“ oder gar einen „abgedankten Autor“.
Der Einwand, dass eigentlich nur Könige oder sonstige Herrscher abzudanken pflegen, liegt auf der Hand. Indes passt solch eher erhabenes Selbstbild zu Handkes Schreibepraxis, zumal da sich ein fundamental neues Element hinzugesellt hat. Um abermals bei Tucholsky Anleihen zu nehmen: Der hatte einst Irmgard Keun mit dem unter Feministinnen später recht unbeliebten Satz begrüßt: „Hurra! Eine schreibende Frau mit Humor, sieh mal an!“
Peter Handkes zuweilen zu feierlichstem Ernst neigende Prosa schien bis dato völlig unironisch. Das ist nun, Grund genug zur Freude, doch anders geworden. Ohne ihn kränken zu wollen, behaupten wir: Der „abgedankte Autor“ ist nicht nur, aber auch eine Selbstkarikatur Handkes mit einer erstaunlichen Menge autobiographischer Einsprengsel.
DAS IST NEU: HANDKE MACHT SICH VORWÜRFE
Der Vorteil literarischer Freiheit: In der Entblößung steckt stets eine gehörige Portion Camouflage. Das changierende Spiel zwischen Dichtung und Wahrheit, Verbergen und Enthüllen, ist eine der reizvollsten Lektüre-Erfahrungen. Dass Figuren aus Handkes Romanen wie Gregor Keuschnig und Filip Kobal „Die morawische Nacht“ bevölkern, versteht sich beinah schon von selbst. Aber dass fast alles, was gegen Peter Handke vorzubringen wäre, auf durchaus radikale Weise von ihm persönlich vorgebracht wird, verblüfft denn doch. Es zeugt von einer Souveränität, die meist tatsächlich erst im vorgerückten Alter möglich ist.
Verfehlt wäre allerdings der Eindruck, Peter Handke habe sich von seinem jugoslawischen Traum und Trauma sang- und klanglos verabschiedet. „Die morawische Nacht“ ist ein teils witzig-satirischer, teils elegisch-resignierter Abgesang darauf. Vermutlich wird der Jugoslawien-Komplex nach solch gründlicher Aufarbeitung sein künftiges Schaffen nicht mehr beschweren. Hier spielt er, zumindest am Anfang und Ende, noch eine gewichtige Rolle.
Die Worte Serbien oder Serben kommen allerdings nicht vor, stattdessen spricht Handke von „Walachen“ und „walachisch“. Er operiert mit Andeutungen – etwa dem Verschwinden der kyrillischen Schriftzüge; er schildert eine Busfahrt aus der serbischen Enklave Porodin mitten durch eine Steine werfende Menge am Straßenrand. Und plötzlich dann eine winzige Szene: Ein Kind winkt den Insassen reflexartig zu – ein Zeichen der Hoffnung und ein Dementi der in biblischen Tonfall mündenden Tirade des Buschauffeurs: „Euer Hass, der höret nimmer auf.“
JOSCHKA FISCHER WIRD ZU JOSIP FISHERMAN
Die folgende Suada des Fahrers könnte genauso gut von Handke selbst sein: „Mögen sie meinetwegen jeden ihrer Heuschober zum Staatsheuschober erklären, jeden früheren Feldgrenzstein zum Staatsgrenzstein, jeden kleinen Steineschmeißer zum Staatssymbol. Ich bin staatenlos, und darauf bin ich stolz. Immer war ich staatenlos. Und immer möchte ich staatenlos bleiben.“
Den Fluch des Nationalismus hatte Franz Grillparzer schon anno 1848 in einen Aphorismus gefasst: „Der Weg der neueren Bildung geht von Humanität durch Nationalität zur Bestialität.“ Beklagt, verspottet werden die Verwestlichung, die Europäisierung des Balkans und der Mitteleuropa-Kult – kein Wunder bei einem unverbesserlichen Anhänger der Vormoderne wie Peter Handke. Ob jedoch halblustige Namensverballhornungen à la Josip Fisherman (für Joschka Fischer) oder Magdalena Ganzhell (für Madeleine Albright) nötig sind, sei bezweifelt.
Die „Zickzackreise“ des Ex-Autors führt an Orte und in Gegenden, die für Handke bedeutsam waren und sind: auf die adriatische Insel Krk (Cordura genannt), wo er sein erstes Buch schrieb; in die spanische Meseta zu einem internationalen Symposium der Lärmgeschädigten; an die Donau zum „Friedhof der Namenlosen“ bei Wien und einem Welttreffen der Maultrommler in einer benachbarten Gaststätte; in den deutschen Harz, woher sein natürlicher Vater stammte; ins niederösterreichische Gutenstein, zum Landsitz des dramatischen Märchendichters Ferdinand Raimund, und schließlich in sein Kärntner Geburtshaus.
GEWALTTÄTIGKEITEN GEGEN GELIEBTE FRAUEN
Vorwürfe und Bezichtigungen, auch von sprachbegabten Tieren, säumen seinen Weg. Ein Zitronenfalter in Spanien „spritzte da seinen Kot los, indem er den Hinterleib aufbog und aus diesem es, nach vorn über den Kopf, in die Lüfte spritzen ließ – noch nie hatte der Wanderer einen Schmetterling scheißen sehen und kam sich für den Augenblick wie ein Entdecker vor“.
Im Harz bei der Suche nach dem Vatergrab taucht der virtuose Falter wieder auf und beschimpft ihn. Offenbar lieben Weißlinge verkappte Verse: „Den Prinz gabst, Vaterloser, du, mit freiem Raum um dich, und warst, wenn Prinz, doch nur Prinz von Nirgendwo, Prinz-ohne-Raum.“
THEMEN
    * Peter Handke
    *  "Die morawische Nacht"
    * Erzählung
    *  Serbien
Heikles wird nicht ausgespart: die asoziale „Schreibtyrannei“ des Heranwachsenden ebenso wenig die Unfähigkeit eines narzisstischen Künstlers zu dauerhafter Partnerschaft bis hin zu Ausbrüchen von Gewalttätigkeit gegen geliebte Frauen. Die Mutter, die Selbstmord begangen und der Handke in „Wunschloses Unglück“ ein unvergängliches Denkmal gesetzt hatte, erscheint seinem Doppelgänger im Traum: „Du mit deinem ewigen Schuldbewusstsein und deinem Schuldsuchen auch bei anderen. Du bist unschuldig, du dummer Kerl“. Lauter poetische Bekenntnisse eines notorisch Sanftwütigen.
GESPRÄCH MIR EINEM TOTEN DRAMATIKER
Naturgemäß erklingen auf diesen Blättern die Leitmotive von Peter Handkes Œuvre als romantischer Gegenentwurf zur realen Welt: die Augenblicke der wahren Empfindung, die „zitternde Sekunde“, das Innewerden im Innehalten und vor allem: die „Entrückung“.
Am schönsten aber ist das Totengespräch mit Ferdinand Raimund. Dessen Maximen sollte nicht allein der „abgedankte Autor“ beherzigen: „Es gibt keine paradiesischen Tage. Und am Ende weiß keiner nichts. Ratlos muss geschieden sein.“





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